Give us a call or send us an email
Phone +49 (2174) 7848 - 0 | Email: info@kaehler-armaturen.de | Arrange a consultation
FAQ - Häufig gestellte Fragen zu Membranventilen
Wie funktioniert ein Membranventil?
Ein Membranventil besteht aus Ventilkörper, einer flexiblen Membran und einem Oberteil mit Handrad oder Antrieb. Beim Schließen drückt ein Druckstück die Membran auf einen Steg oder flachen Sitz im Gehäuse. Beim Öffnen hebt die Membran ab und gibt den Durchfluss frei. Die Membran trennt alle mechanischen Teile vom Medium, das nur Gehäuse und Membranoberfläche berührt. Membranventile können absperren und regeln.
Was ist der Unterschied zwischen Membranventilen mit Dichtsteg und mit flachem Sitz?
Membranventile mit Dichtsteg haben in der Mitte des Ventilkörpers eine Erhebung, auf der die Membran abdichtet. Der kurze Membranhub schont die Membran und verlängert die Standzeit, begrenzt aber den Durchfluss. Diese Bauart eignet sich für saubere Medien und Hygieneanwendungen. Ventile mit flachem Sitz haben einen geraden, freien Durchgang ohne Erhebung. Sie sind für hohe Durchflussmengen sowie zähflüssige und feststoffhaltige Medien gedacht.
Welche Membranventile führt KÄHLER?
KÄHLER liefert Membranventile von Crane (Marke Saunders) und Sisto. Mit Dichtsteg sind das Saunders Typ A für die meisten industriellen Anwendungen, Saunders Typ AFP als aseptisches Bio-Blockventil sowie Sisto Typ 16 und Typ 20. Mit flachem Sitz gibt es Saunders Typ KB und Sisto Typ KB. Dazu kommen Ersatzmembranen, Handräder und Antriebe. Alle Membranventile bietet KÄHLER auf Anfrage an.
Aus welchen Werkstoffen bestehen Membran und Gehäuse?
Ventilkörper gibt es aus Grauguss, Sphäroguss, Stahlguss, Rotguss oder Edelstahl, bei aggressiven Medien mit Auskleidungen oder Beschichtungen. Membranen werden aus Elastomeren wie EPDM, NBR, FKM, CSM, IIR oder Naturkautschuk gefertigt oder als PTFE- bzw. TFM-Membran mit Elastomerrücken. Die Wahl richtet sich nach Medium, Temperatur und Reinigungsverfahren, zum Beispiel Dampfsterilisation.
Welche Nennweiten, Druckstufen und Temperaturen sind möglich?
Membranventile mit Dichtsteg sind von DN8 bis DN350 lieferbar, Ventile mit flachem Sitz von DN15 bis DN300. Übliche Druckstufen sind PN10 und PN16. Die Temperaturgrenze hängt vor allem vom Membranwerkstoff ab und liegt bei Ventilen mit Dichtsteg bei bis zu +175 °C, mit flachem Sitz bei bis zu +160 °C. Maßgeblich ist das Datenblatt des jeweiligen Typs.
Warum werden Membranventile in Pharma- und Lebensmittelanlagen eingesetzt?
Membranventile sind totraumarm, entleerungsoptimiert und leicht zu reinigen. Weil das Medium nur Gehäuse und Membran berührt, gibt es keine Spindeldurchführung oder Gleitflächen, an denen sich Rückstände sammeln. Das verhindert Kreuzkontaminationen. Bei richtigem Einbauwinkel entleert sich das Ventil selbst. Für biopharmazeutische Prozesse gibt es das aseptische Saunders Bio-Blockventil Typ AFP aus geschmiedetem Edelstahl mit Werkstoffen nach FDA und USP Class VI in DN8 bis DN100.
Eignen sich Membranventile für abrasive oder feststoffhaltige Medien?
Ja, besonders die Ausführung mit flachem Sitz. Der gerade Durchgang lässt Schlämme, Pulver, Stäube und abrasive Flüssigkeiten ungehindert passieren. Saunders Typ KB lässt laut Hersteller auch hochabrasive Schlämme mit sehr hohem Feststoffanteil ungehindert passieren. Typische Anwendungen sind Bergbau und Erzaufbereitung, Kläranlagen, Zement- und Gipsherstellung sowie die Papierindustrie. Auskleidungen schützen das Gehäuse zusätzlich vor Verschleiß und Korrosion.
Kann die Membran im eingebauten Zustand gewechselt werden?
Ja. Die Membran lässt sich tauschen, ohne das Ventilgehäuse aus der Rohrleitung auszubauen. Dazu wird die Leitung drucklos gemacht und entleert, anschließend das Oberteil vom Ventilkörper gelöst. Das spart Montagezeit und Kosten bei der Wartung. Beim Saunders Typ KB lässt sich zudem ein Antrieb nachträglich aufbauen, ohne das Ventil auszubauen. Ersatzmembranen, etwa aus TFM/EPDM für Saunders Typ A, liefert KÄHLER auf Anfrage.
Wie oft sollte eine Membran gewechselt werden?
Die Standzeit hängt von Membranwerkstoff, Temperatur, Druck, Schalthäufigkeit und Reinigungszyklen ab. Häufige Dampfsterilisation oder abrasive Medien verkürzen sie deutlich. Viele Betreiber legen feste Inspektionsintervalle fest und tauschen die Membran vorbeugend, bevor Risse oder Undichtheiten auftreten. Bei Sisto Typ 16 und Typ 20 erhöht die gekammerte und spiralabgestützte Membran Standzeit und Druckeinsatzgrenze. Das passende Intervall legt der Betreiber nach Einsatzbedingungen fest.
Welche Antriebe und Zubehörteile gibt es für Membranventile?
Membranventile werden per Handrad oder mit pneumatischem, elektrischem oder hydraulischem Antrieb betätigt. Je nach Modell sind Abschließvorrichtung, plombierbare Kappe, Endschalter, Öffnungsbegrenzer, Spindelverlängerung und Stellungsregler erhältlich. Die Stellungsanzeige ist gut sichtbar und bei Sisto mit integriertem Spindelschutz ausgeführt, der Verschmutzung von außen verhindert.
Sind Membranventile auch unter Vakuum dicht?
Ja. Die Saunders-Membranventile Typ A, AFP und KB sperren unter Druck und unter Vakuum dicht ab. Die hochflexible Membran liegt formschlüssig auf Steg oder Sitz und dichtet nach außen und im Durchgang. Für den Vakuumbetrieb werden Membranwerkstoff und Membranausführung auf die Anwendung abgestimmt, was KÄHLER bei der Auslegung berücksichtigt.

